Was bedeutete eigentlich „Ab nach Brauweiler“?

Gedenkstein (Aufschrift: Dem Gedenken der Opfer) vor der Abtei Brauweiler in sonnigem Licht, dahinter dunkler Schatten.

Gedenkstein Brauweiler

Im Rahmen ihres Geschichtsunterrichts hat die Klasse 9f die Gedenkstätte Brauweiler besucht. Erst seit ein paar Tagen ist die neu konzipierte Ausstellung im ehemaligen Konzentrationslager und Gestapogefängnis Brauweiler https://gedenkstaettebrauweiler.lvr.de/de/startseite.html zu besichtigen.

Die Begleitung durch den historischen Ort verdeutlichte, dass die NS-Verbrechen auch in Pulheim vor unserer eigenen Haustüre stattgefunden haben. Die ehemalige Abtei, die 1802 säkularisiert (verweltlicht) worden war, wurde von den Nationalsozialisten ab 1933 gezielt für deren grausame Zwecke umfunktionalisiert. Besonders die bedrückende Enge in den Zellen des ehemaligen Frauenhauses und der Umgang mit der jugendlichen Widerstandsgruppe der Edelweißpiraten hinterließen bei den Besucher:innen einen bleibenden Eindruck.

Die damals oft ausgesprochene (und auch unausgesprochene) Drohung, dann kommst Du „Ab nach Brauweiler…“ verdeutlicht, dass Orten wie dem früheren Konzentrationslager Brauweiler eine wesentliche Funktion zur Durchsetzung der NS-Diktatur zukam und hier die Ausgrenzung aus der Volksgemeinschaft in radikalster Form in die Tat umgesetzt wurde.

Im Jahr des 1000jährigen Jubiläums der Abtei öffnen sich weitere „Tore zu Geschichte“, die etwa die mittelalterliche Vorgeschichte, aber auch die skandalöse Psychiatriegeschichte der 1970iger Jahre des (ehemaligen) Klostergländes thematisieren: https://abteibrauweiler.lvr.de/de/fuehrungen_im_jubilaeumsjahr_2024/startseite_jubilaeum.html

Wir danken Dr. Markus Thulin und dem pädagogischen Team des LVR für die Begleitung durch die Gedenkstätte!

Text: Jens Tanzmann.